In the Shadow of Budapest (and Vienna)―Architecture and Urban Development of Zagreb in the Late Nineteenth and Early Twentieth Centuries

Dragan Damjanović

Abstract


Innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Monarchie ist Zagreb immer eine Stadt gewesen, die Impulse von außen rezipierte – sie importierte, gemeinhin mit einer gewissen Verzögerung, technologische Innovationen, neue stadtplanerische Konzepte, neuartige An-sätze für den Aufbau der kommunalen Infrastruktur sowie architektonische Muster größerer und stärker vom Fortschritt geprägter Städte. All diese Einflüsse stammten zumeist aus Wien, obwohl der Ausgleich von 1867 Kroatien unmittelbar ungarischer Verwaltung unterstellt hatte. Die Beitrag will hierfür die Ursachen aufzeigen: In erster Linie hatte die Mehrheit der kroatischen Architekten sowie der politischen und wirtschaftlichen Eliten insgesamt in Wien studiert, und zudem hatte sich eine oppositionelle Einstellung gegenüber Budapest herausgebildet, die aus dem Eindruck herrührte, Kroatiens politische und wirtschaftliche Lage im östlichen Teil der Monarchie sei nicht zufriedenstellend. Außerdem wurde der Wissenstransfer von Budapest nach Zagreb durch mehrere Umstände gehemmt: Nur wenige Einwohner Zagrebs sprachen Ungarisch oder waren ethnische Ungarn, die architektonischen Entwicklungen in Budapest waren in Zagreb größtenteils unbekannt und die Architekten von dort erfreuten sich nicht einem so hohen Prestige wie diejenigen aus Wien. Die Einflüsse aus Budapest verstärkten sich nach 1883 im Zuge der Tätigkeit von Vizekönig (ban) Károly Dragutin Khuen-Héderváry, einem Anhänger der ungarischen Politik. Die kroatische Regierung versuchte die Verbindungen zwischen Zagreb und Buda-pest zu festigen, und zu derselben Zeit nahmen in Zagreb ungarische Institutionen (die Kö-nigliche Eisenbahn, das Finanz- und das Postministerium) mehrere große Architekturprojekte in Angriff. Die Gebäude dieser öffentlichen Institutionen veränderten das Stadtbild im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Es waren ungarische Institutionen, die in dieser Zeit einige der größten öffentlichen Gebäude Zagrebs errichteten, was erheblich zur Diversität und Monumentalität der dortigen Architektur beigetragen hat.

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