The Finnish Guard’s campaign to Poland, 1831. Finnish soldiers in outsiders’ perspectives

Jussi Jalonen

Abstract


Zu den russischen Militäreinheiten, die im Jahr 1831 als Reaktion auf den Novem-beraufstand für eine Strafexpedition gegen Polen zusammengezogen wurden, gehörte auch das Finnische Scharfschützen-Bataillon der kaiserlichen Garde. Dieses trug seine schwers¬ten Kämpfe im Mai 1831 in Rückzugsgefechten gegen die von General Jan Zygmunt Skrzynecki befehligten polnischen Truppen in Masowien aus. Zeugnisse der finnischen Soldaten und ihres Verhaltens sowohl im Gefecht als auch in Gefangenschaft sind außer in den zeitgenössischen Berichten des Bataillons auch in den nachträglich verfassten Memoiren polnischer Offiziere und anderer Beobachter überliefert. So fanden die Soldaten der Finnischen Garde Erwähnung in den Erinnerungen von General Ignacy Kruszewski, Fürst Stanisław Jabłonowski, des polnischen Arztes Teodor Tripplin sowie von Sven Jonas Stille, einem schwedischen Arzt, der während des Feldzugs in einem polnischen Militärkrankenhaus Dienst tat. Abgesehen von ihrem anekdotischen Wert bilden diese Blicke von außen eine Ergänzung zu den entsprechenden im Finnischen Kriegsarchiv lagernden Zeugnissen und stellen für sich eine wichtige historische Quelle dar. Die von Außenstehenden gezeichneten, z.T. stereotypen Bilder der finnischen Solda¬ten spiegeln die ambivalente Haltung polnischer Beobachter gegenüber einem edelmütigen und zähen Feind ebenso wider wie den besonderen Kontrast zwischen der finnischen Loyalität zum Zaren einerseits und der polnischen Widerstandstradition andererseits. Diese Quellenzeugnisse ermöglichen damit in hervorragender Weise eine Verknüpfung natio¬naler und transnationaler Blickwinkel, wenn es darum geht, die Beteiligung der Finnischen Garde an der Niederschlagung des polnischen Novemberaufstands zu untersuchen.

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